Blut, rohe Gewalt, Vergewaltigung und Tod. Der achtjährige Franzose Odo muss mit ansehen, wie die Normannen im Jahr 845 über Paris herfallen und die Stadt in Schutt und Asche legen. Der kleine Junge sieht seinen Vater sterben, seine Freundin wird zu Tode missbraucht, seine Mutter wird verschleppt. Odo, treuer Christ, verliert den Glauben an seinen Herren.
Sieben Todsünden
Jahre später fällt Odo in einem Kloster das Buch der Sünden in die Hände. Es sagt den Untergang der heidnischen Welt voraus, sobald die sieben Todsünden gerecht wurden: Superbia (Hochmut), Avaritia (Geiz), Luxuira (Wollust), Ira (Zorn), Gula (Völlerei), Invidia (Neid), Acedia (Trägheit). Von dieser Idee besessen zieht es Odo 863 in die Quelle des Bösen - er reist in die gottlose Stadt Haithabu. Im Reich der Dänen will er sein Werk vollenden. Die heidnischen Wikinger sollen für das Unheil, was sie 18 Jahre zuvor in Paris angerichtet haben, büßen.
Gottlose Wikinger
In Haithabu lernt der Leser die zweite Hauptperson des Romans kennen: Helgi. Der junge Däne wächst in - für die damalige Zeit - recht guten Verhältnissen auf. Mutter Gullweig beherrscht praktische Koch- und Heilkünste, Vater Einar ist Schmied. Helgi soll von seinem Vater die Kunst des Schmieden lernen, soll ihm dabei helfen den Auftrag für den Dorfhäuptling Hovi zu erfüllen. Die besten Schwerter aller Schmiede in Haithabu werden in einem Wettkampf gegeneinander antreten. Das beste Schwert gewinnt den Auftrag, sein Schmied soll Waffen für Hovis Feldzug gegen die Briten herstellen.
Verliebt in eine Sklavin
Doch der junge Däne hat andere Sachen im Kopf. Sein böswilliger Nachbar Grizur ist im Besitz einer Sklavin. Sie spricht nie, keiner kennt ihren Namen, genannt wird sie Rúna (Geheimnis). Helgi ist unsterblich in die junge Sklavin verliebt. Diese hat in ihrem Leben allerdings so viel unheilvolle Dinge erlebt, dass sie keine Augen für ihn hat. Leid, Armut, Schmutz und körperliches Leid bestimmen ihr junges Leben. Ungeachtet der Warnungen seiner Mutter versucht Helgi in Kontakt mit der schönen Sklavin zu treten, anstatt sich auf das Schmieden zu konzentrieren. Dass er mit seinem Verhalten nicht nur sich, seine Eltern und auch Rúna in Gefahr bringt, merkt Helgi nicht.
Christliche Gemeinde in Haithabu
Odo ist indessen damit beschäftigt seinen Plan in die Tat umzusetzen. Von der Bevölkerung unbemerkt begeht der Franzose nach und nach einen Mord um die Todsünden zu sühnen. Nebenbei versucht er eine christliche Gemeinde im heidnischen Norden zu etablieren. Kurz darauf überschlagen sich die Ereignisse.
Reich an historischen Fakten
Axel S. Meyer schafft es seinem Roman eine ernsthafte historische Note zu verleihen, die den Leser förmlich ins 7. Jahrhundert befördert. Neben Paris und Haithabu erfährt der Leser auch Wissenswertes über Brema (Bremen) und Hammaburg (Hamburg). Über Umwege gelangen Helgi und Rúna nach Rujana (Rügen), die Heimat der stummen Sklavin. Dort erleben sie den kaltblütigen Alltag der Slawen. Ein Buch, das neben seinen schonungslosen Berichten über die damalige Brutalität, trotzdem ein sanftes, einfühlsames Ambiente schafft.
